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Neurologie 4 Min. Lesezeit aktualisiert am

Ergotherapie nach einem Schlaganfall

Kurz gesagt

Ergotherapie nach einem Schlaganfall übt Bewegungen von Arm und Hand, Wahrnehmung und Alltagstätigkeiten wie Anziehen, Waschen und Essen, mit dem Ziel, wieder möglichst selbstständig zu werden. Die S3-Leitlinie zur Armlähmung nach Schlaganfall (Stand 2020, derzeit in Überarbeitung) empfiehlt, früh zu beginnen und in der subakuten Phase mindestens 30 Minuten werktäglich zusätzlich den Arm zu trainieren. Bis ein Jahr nach einem Hirninfarkt oder einer Hirnblutung sind Rezepte über 12 Wochen möglich.

Armtraining werktäglich
30 Min. Armtraining werktäglich zusätzlich, subakute Phase, Empfehlungsgrad A (Leitlinie 2020)
Armtraining pro Woche
90-270 Min. Armtraining pro Woche chronische Phase bei dokumentierten Fortschritten, Empfehlungsgrad B
je Rezept möglich
12 Wochen je Rezept möglich bis 1 Jahr nach Hirninfarkt oder Hirnblutung

Quelle: DGNR, S3-Leitlinie Rehabilitative Therapie bei Armparese nach Schlaganfall, Version 2020 (Gültigkeit abgelaufen, in Überarbeitung); KBV, Diagnoseliste Stand 01.01.2026

Was macht Ergotherapie nach einem Schlaganfall?

Ergotherapie nach einem Schlaganfall übt Bewegungen von Arm und Hand, Wahrnehmung, Konzentration und Orientierung sowie Tätigkeiten wie Anziehen, Waschen, Essen und Schreiben. Ziel ist, so selbstständig wie möglich zu werden. Dazu gehört auch die Beratung zu Hilfsmitteln und dazu, wie sich Wohnung und Tagesablauf anpassen lassen. So beschreibt es auch die Bundesagentur für Arbeit im Berufsbild der Ergotherapeutin.

Kassenrechtlich fällt der Schlaganfall unter die Diagnosegruppe EN1, Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

Wann sollte Ergotherapie nach einem Schlaganfall beginnen?

Die Armrehabilitation soll innerhalb weniger Tage nach dem Schlaganfall beginnen, wenn der Zustand es erlaubt. Das empfiehlt die S3-Leitlinie „Rehabilitative Therapie bei Armparese nach Schlaganfall“ der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation, an der auch der Deutsche Verband Ergotherapie mitgearbeitet hat (Empfehlungsgrad B). Die Leitlinie stammt von 2020. Ihre Gültigkeit ist abgelaufen, sie wird zurzeit überarbeitet.

Für Ergotherapie in der Praxis braucht es eine ärztliche Verordnung. Wer nicht in die Praxis kommen kann, wird zu Hause behandelt, wenn die Ärztin einen Hausbesuch verordnet. Wann das möglich ist, steht im Artikel Ergotherapie als Hausbesuch.

Wie viel Training empfiehlt die Leitlinie?

In der subakuten Phase sollen Betroffene über mehrere Wochen mindestens 30 Minuten werktäglich zusätzlich gezielt den Arm trainieren. Die Leitlinie von 2020 unterscheidet dabei nach Empfehlungsgrad: A bedeutet „soll“, B „sollte“ und 0 „kann“.

Empfehlung (Leitlinie 2020)Grad
Armtraining innerhalb weniger Tage beginnen, wenn der Zustand es erlaubtB, sollte
subakut mindestens 30 Minuten werktäglich zusätzliches Armtraining über mehrere WochenA, soll
subakut 2 bis 3 Stunden täglich über 2 bis 20 Wochen erwägen, wenn umsetzbarB, sollte
chronisch, bei Defiziten und dokumentierten Fortschritten, 90 bis 270 Minuten pro WocheB, sollte

Wie viele Termine pro Woche möglich sind, hängt von der Frequenz auf dem Rezept ab. Der Heilmittelkatalog empfiehlt für EN1 ein bis drei Behandlungen pro Woche.

Was sind CIMT, Forced Use und Spiegeltherapie?

CIMT (Constraint-Induced Movement Therapy) schränkt den gesunden Arm zeitweise ein, damit der betroffene Arm mehr genutzt wird. Die Leitlinie von 2020 empfiehlt sie bei mäßiger Armlähmung mit teilweise erhaltener Handfunktion, wenn der Arm im Alltag kaum spontan eingesetzt wird und keine schwere Spastik oder Schmerzen bestehen (Empfehlungsgrad A). In den ersten sechs Wochen wird sie in abgewandelter Form eingesetzt, mit höchstens zwei Stunden Training und bis zu sechs Stunden Einschränkung am Tag.

Forced Use meint die Einschränkung des gesunden Arms außerhalb der Therapie. Sie wird empfohlen, wenn in der Sitzung zusätzlich geübt wird, wie das Gelernte in den Alltag kommt (Empfehlungsgrad B).

Bei der Spiegeltherapie sieht der Patient im Spiegel die Bewegung der gesunden Hand an der Stelle der betroffenen. Die Leitlinie von 2020 empfiehlt sie bei subakuten und chronischen Patienten mit mittelschweren bis schweren Armlähmungen zusätzlich zur Standardtherapie, über mehrere Wochen, zum Beispiel 30 Minuten pro Werktag, auch als angeleitetes Eigentraining (Empfehlungsgrad B). Mehr dazu im Artikel Spiegeltherapie.

Was sagt die Leitlinie zu Bobath, Perfetti und PNF?

Laut Leitlinie von 2020 ist keine dieser Behandlungsschulen anderen Therapien nachweislich überlegen, deshalb empfiehlt sie keine davon gesondert. Das kognitiv-sensomotorische Training nach Perfetti kann bei akuter schwerer Armlähmung erwogen werden (Empfehlungsgrad 0). Bei Lenergo in Aichach arbeiten wir in Anlehnung an Bobath, Perfetti und PNF.

Wie lange bekommt man Ergotherapie nach einem Schlaganfall?

Für die Diagnosegruppe EN1 sieht der Heilmittelkatalog orientierend bis zu 40 Einheiten vor, mit höchstens 10 Einheiten je Rezept. Das ist keine feste Grenze. Ist das Therapieziel noch nicht erreicht, kann die Ärztin weitere Rezepte ausstellen. Nach einem Hirninfarkt oder einer Hirnblutung gilt bis zu einem Jahr nach dem Ereignis ein besonderer Verordnungsbedarf. Dann sind Rezepte über bis zu 12 Wochen möglich. Mehr zu Fristen und Mengen im Artikel Ergotherapie auf Rezept.

Wie arbeitet Lenergo in Aichach nach einem Schlaganfall?

Lenergo, die Praxis für Ergotherapie Lena Koralewski in Aichach, hat die Neurologie als einen von vier Schwerpunkten. Wir behandeln in Anlehnung an das Bobath-Konzept, Perfetti und die Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF). Dazu kommen F.O.T.T. (Facio-Orale-Trakt-Therapie), F.A.T. (Funktionelles Alltagstraining), Schwindeltraining, Sturzprophylaxe und Spiegeltherapie. Wir beraten zu Hilfsmitteln und üben die Aktivitäten des täglichen Lebens. Wer nicht in die Praxis kommen kann, den behandeln wir mit ärztlicher Verordnung zu Hause. Mehr auf der Seite Ergotherapie in der Neurologie. Telefon: 08251 89 62 96.

So ist es bei Lenergo

Neurologie ist einer der vier Schwerpunkte bei Lenergo, der Praxis für Ergotherapie Lena Koralewski in Aichach. Wir behandeln in Anlehnung an Bobath, Perfetti und PNF, dazu kommen F.O.T.T., F.A.T., Schwindeltraining, Sturzprophylaxe und Spiegeltherapie. Wer nicht in die Praxis kommen kann, den behandeln wir mit ärztlicher Verordnung auch zu Hause.

Häufige Fragen

Wann sollte Ergotherapie nach einem Schlaganfall beginnen?

Die S3-Leitlinie von 2020 empfiehlt, mit der Armrehabilitation innerhalb weniger Tage nach dem Schlaganfall zu beginnen, wenn der Zustand es erlaubt (Empfehlungsgrad B). Für die Behandlung in der Praxis oder zu Hause braucht es eine ärztliche Verordnung.

Wie lange bekommt man Ergotherapie nach einem Schlaganfall?

Der Heilmittelkatalog sieht für die Diagnosegruppe EN1 orientierend bis zu 40 Einheiten vor, mehr ist möglich, wenn das Therapieziel noch nicht erreicht ist. Bis ein Jahr nach einem Hirninfarkt oder einer Hirnblutung kann die Ärztin Rezepte über 12 Wochen ausstellen.

Was ist CIMT bei Schlaganfall?

CIMT heißt Constraint-Induced Movement Therapy. Der gesunde Arm wird zeitweise eingeschränkt, damit der betroffene Arm im Alltag mehr genutzt wird. Die Leitlinie von 2020 empfiehlt sie bei mäßiger Armlähmung mit teilweise erhaltener Handfunktion (Empfehlungsgrad A).

Bietet Lenergo in Aichach Spiegeltherapie nach Schlaganfall an?

Ja, Spiegeltherapie gehört bei Lenergo zum Angebot in der Neurologie. Die Leitlinie von 2020 empfiehlt sie bei mittelschweren bis schweren Armlähmungen zusätzlich zur Standardtherapie (Empfehlungsgrad B). Telefon: 08251 89 62 96.

Quellen

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Stand: 1. Oktober 2026.

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